O-Ringe

029O-Ringe sind kreisförmige, endlose Ringe mit einem runden Querschnitt. Sie können axial oder radial dichtend eingebaut werden, wobei die Dichtwirkung durch die Anpassung des O-Ringes im Einbauraum (Deformation des Querschnittes) erreicht wird. Diese wird durch den Mediendruck im Betriebszustand noch erhöht, da sich der Werkstoff unter Druck wie ein abdichtendes Medium verhält.

O-Ringe können für die Abdichtung ruhender Anlagenteile gegen flüssige oder gasförmige Medien verwendet werden (=statische Anwendung). Das ist beispielsweise bei Deckelabdichtungen, Flanschen oder bei Hydraulikzylindern der Fall. Aber auch bei rotierenden oder pendelnden, sich überlagernden Schraubenbewegungen (=dynamische Anwendung) kommen O-Ringe zum Einsatz.

Bei dem Herstellungsverfahren wird unterschieden zwischen dem Präzisions-O-Ring und dem stoßverbundenen O-Ring. Der Präzisions-O-Ring wird im Spritzgussverfahren hergestellt, was heißt dass der Werkstoff verflüssigt wird und mit einer Spritzgießmaschine unter Druck in eine Form (=Werkzeug) eingespritzt wird. Im Werkzeug wird der Werkstoff durch Abkühlung oder Vernetzungsreaktion wieder in den festen Zustand gebracht und kann als fertiger O-Ring aus dem Werkzeug entnommen werden. Auf diese Weise lassen sich O-Ringe mit relativ engen Fertigungstoleranzen und einer guten Oberflächenbeschaffenheit herstellen. Grundlage für die Präzisions-O-Ringe ist die Norm DIN ISO 3601-1.

Bis zu einer Größe von 1400 mm Innendurchmesser ist es noch möglich, einen O-Ring mit dieser Fertigungsart wirtschaftlich herzustellen. Bei größerem Durchmesser stehen Aufwand (=Herstellung des Werkzeuges und Handling) in keinem wirtschaftlichen Verhältnis mehr zu einem vernünftigen Angebotspreis. Daher wird dann meist ein stoßverbundener O-Ring verwendet. Man unterscheidet zwischen stoßvulkanisierten oder stoßverklebten O-Ringen. Hier werden extrudierende Rundschnüre auf Maß geschnitten und auf zwei unterschiedliche Arten zu einem Ring zusammengefügt.

Bei der Herstellung des stoßvulkanisierten O-Ringes werden die Schnurenden in speziellen Vorrichtungen unter Hitze zusammengefügt. Die Enden werden schräg geschnitten, um somit eine größere Haftfläche und damit auch eine höhere Reißfestigkeit zu erreichen. Dadurch wird an der Stoßstelle eine Härte erzielt, die fast mit der der Rundschnur identisch ist. Bei dem stoßverklebten O-Ring verklebt man die Schnurenden mit einem Spezialkleber, der sowohl auf den Elastomer- Werkstoff als auch auf die Anwendungsbedingungen (Druck, Temperatur, Medium) abgestimmt ist. Bei den stoßverbundenen O-Ringen verwendet man DIN ISO 3302-1 (diese Norm erlaubt etwas höhere Toleranzen hinsichtlich der Abmessungen als DIN ISO 3601-1).

Bei der Auswahl des geeigneten O-Ringes sollte man eine möglichst große Schnurstärke wählen um eine optimale Dichtwirkung gewährleisten zu können. Der Härtegrat hängt von der jeweiligen Anwendung (statisch oder dynamisch), dem Mediendruck, den Spaltbreiten und der Art der Oberfläche der zu verbindenden Teile ab. Die Nutfüllung oder Verpressung (Dehnung oder Stauchung) des O-Ringes im Einbauraum muss genau passen, damit eine optimale Abdichtung erzielt werden kann.

Die Artikelbezeichnung eines O-Ringes setzt sich folgendermaßen zusammen:

d1 = Innendurchmesser
d2 = Schnurstärke

Unsere O-Ringe bieten wir in folgenden Werkstoffen an:

Elastomere / KunststoffeBezeichnung
FKMFluor-Kautschuk
FFKMPerfluor-Kautschuk
NBR/HNBRNitril-Butadien-Kautschuk
EPDMEthylen-Propylen-Dien-Kautschuk
VMQ/FVMQVinyl-Methyl-Silikon-Kautschuk
FEPPerfluor-Ethylen-Propylen-Kunststoff
PTFEPolyetrafluor-ethylen
CRPolychlorpren-Kautschuk
AFLASSpezialkautschuk - Fluorelastomeren
ACMAcrylat-Kautschuk
NRNatur-Kautschuk
IIRButyl-Kautschuk
PUThermoplastisches Polyurethan